Das Projekt CineLine ist aus den Erfahrungen entstanden, die wir mit produktionsinterner Verwertungs- und Vermittlungsarbeit seit 2008 anhand unserer Kinofilme Little Alien, Oh Yeah, She Performs! und Schlagerstar sammeln konnten. Auf dieser Basis, sowie nationaler und internationaler Recherche, gilt es die Ergebnisse unserer Arbeit in einem Maßnahmenkatalog zusammen zu fassen.

Was heute CineLine heißt, hat damit begonnen, die Verwertung unserer Filme auch produktionsintern mitzugestalten und so in den letzten Jahren Vermittlungsstrategien für unsere Kinofilme zu entwickeln und durchzuführen, teils erfolgreich, teils nicht so.
 Das eine, allgemeingültige Rezept haben wir nicht gefunden, aber wir wissen jetzt, dass man etwas bewegen kann. Es heißt über die Herstellung hinaus Zeit und Arbeit in die Filme zu investieren, Kreativität beim Vertrieb zu beweisen, Aktionen zu planen, die Sinn machen für das konkrete Projekt und am Ball zu bleiben, was die Entwicklungen betrifft, denn jeder Film braucht eine eigene Strategie!

Der Markt befindet sich mit der digitalen Revolution im Wandel. Unabhängige Filmproduktionen stehen unter einem wachsenden Wettbewerbsdruck gegenüber der Werbemaschinerie und der Verfügbarkeit von Mainstream-Produktionen. Die steigende Anzahl von Arthaus-Filmen und künstlerischen Werken, die Formen in Frage stellen, haben in einer Zeit, wo das Kino große Konkurrenz bekommen hat, ihren neuen Platz noch nicht finden können.

Die unabhängige Filmbranche reflektiert die derzeitige Situation am Kinomarkt nicht genügend, in Folge geht Potential verloren. Die Wechselwirkung zwischen Produktion und Nachfrage nach künstlerischen Filmen in Österreich soll sich in einen sinnvollen Ausgleich wiederfinden. Wir haben Interesse daran, dass unsere Filme ihren Platz und ein Publikum finden und nicht irgendwann in einer vorwiegend am Markt orientierten Filmproduktion obsolet werden. Eine produktionsinterne Verwertungsarbeit kann in besonderer Qualität und Intensität geleistet werden, wenn das notwendige Know How und Budget dafür zur Verfügung steht.
Kino als Kunst ist ein Wert, den es zu beschützen gilt. Qualität, Formen und Inhalte, abseits des Mainstream, dürfen nicht den Untergang ihrer HerstellerInnen bedeuten. Das Interesse sollte im Gegenteil darauf liegen, zugunsten der Diversität der Filmlandschaft, diesen Werken Platz zu verschaffen und deren Produktions- und Verwertungsmöglichkeiten in Zukunft zu verbessern.
Nur eine nachhaltige Auseinandersetzung, Vermittlung des und Aufmerksamkeit für den künstlerischen Film kann die Sensibilität und Beobachtungsgabe von ZuseherInnen in dem Maße schärfen, dass eine Reflexion über den manipulativen Charakter von Massenmedien einsetzt.
Das Ziel von CineLine ist es einen Maßnahmenkatalog zu entwickeln, der die Wettbewerbsnachteile unabhängiger Filmproduktionen, in Anbetracht einer Mainstream orientierten Filmwirtschaft, umschiffen lernt und ins Gegenteil umkehrt. CineLine sieht sich als Labor, das Tools und Methoden entwickelt und zur Verfügung stellt, die Nachfrage erkennen, fördern und bedienen können.

CineLine hat drei maßgebliche Zugänge:
Medienbildung, im speziellen Filmvermittlung für Kinder und Jugendliche, die mögliche zukünftige KinogeherInnen mit differenzierten Inhalten in Berührung bringt und jungen Menschen eine Möglichkeit bieten, abseits von der Manipulation der Medien, einen individuellen Geschmack zu entwickeln, der sie zu bewussten KunstrezipientInnen macht.
Langfristiger Aufbau und Vermittlung von einem ExpertInnen-Pool, das die unabhängige Filmbranche mit Know How zur Filmverwertung und –vermittlung beliefern kann. Die für jedes Filmprojekt maßgeschneiderten Strategien werden entlang des gesamten Lebenszyklus eines Projektes entwickelt und implementiert.
Politische Motivationsarbeit ist ein wichtiger Aspekt bei der Umsetzung der Interessen von unabhängigen Filmproduktionen und einer strukturellen Anpassung an die Anforderungen eines modernen Filmschaffens.
2014 nimmt CineLine am Torino Film Lab für Audience Design teil und das CineLine Team organisiert Fortbildungen von internationalen ExpertInnen in den Bereichen Filmvermittlung, Media Literacy, Social Media Marketing und Online Distribution.
Bei den Recherchen im Rahmen des Projektes werden internationale Vertriebsmethoden, Filmförderungsmodelle und Vermittlungsstrategien erhoben.

Projektleitung: Nora Friedel, Nina Kusturica
Internationale Recherche: Petar Mitric
Social Media Research: Antonia Bernkopf

Mit Unterstützung von
Impulse, Austria Wirtschaftsservice

Schlagerstar PremiereIm Rahmen von CineLine forschen wir im Bereich der Verwertung und Vermittlung von Kinofilmen. Im digitalen Zeitalter gilt es auf die Veränderungen in der Filmlandschaft zu reagieren und gemeinsam mit unseren PartnerInnen neue Strategien für eine erfolgreiche Auswertung künstlerischer Filme zu entwickeln.

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